Das Loch
Wenn ein Grizzly um 5.45 h durch die Stadt schleicht
Ich habe ja Prostatakrebs seit 2022, mit Knochenmetastasen …. leider ist derzeit eine mir helfende Actinium Therapie in Österreich nicht verfügbar.
Daher wurde mir eine Chemotherapie dringend angeraten – ich wollte eine Chemo immer vermeiden, aber ich habe mich nun entschieden doch diesen Weg mit alternativer Unterstützung einzuschlagen ….
Es war Dienstag, 5 Uhr in der Früh, als ich aufstand, meine Hündin Sooky brachte ich schon am Vortag zu meiner Schwester, somit war ich schon vorher “alleine”.
Ich weiss, ich bin zwar nicht alleine, da ich viele Menschen um mich habe, die mich begleiten und zu mir stehen, aber trotzdem lässt sich das alleine fühlen nicht abschalten.
Seit ich denken kann, habe ich mich immer für alle möglichen Menschen in meinem Umfeld sehr eingesetzt, mich bemüht, oft da zu sein. Ich bin halt ein Kümmerer, aber einer, der sich gerne um seine Liebsten annimmt. Auch in Beziehungen war es immer so, wenn ich liebte, dann liebte ich voll, und ganz.
Nun war der Tag gekommen, wo ich zeitig in der Früh durch die Gassen meiner Heimatstadt Richtung Krankenhaus spazierte, den Koffer in der einen Hand. Ich war sehr aufgeregt, ich fühlte mich allein, aber meine Nerven hatte ich Gott sei Dank halbwegs im Schach.
Ich nahm auch einen Rescuespray zu mir, der mir vielleicht geholfen hat.
Ich war der erste heute im OP-Saal, denn ich sollte einen sogenannten Port implantiert bekommen.
Trotz dass ich Jahre lang im IT-Bereich in Wiener Spitälern gearbeitet habe – ich liebte diesen Job – wollte ich nie in ein Krankenhaus als Patient, und vor allem nicht zu einer OP.
Ich wurde sehr herzlich auf der Chirurgischen Abteilung empfangen – ich war sehr aufgeregt. Es gab auch einiges an Wartezeit, wo sich mein Leben wie ein Film abspulte :” Warum ich, warum ist das jetzt, wie wirds, ich wollte nie eine Chemo, und warum bin ich allein etc.”.
Die Implantation hat schließlich geklappt obwohl ca. 10 mal versucht wurde mir einen Zugang zu legen, es war eine große Herausforderung, ich begann schon zu beten.
Die MitarbeiterInnen waren extrem bemüht, aber meine Venen streikten – es war auch schmerzhaft. Das OP-Anästhesie Team war aber bemüht den “Grizzly” bestens zu versorgen. Endlich klappte es und der Grizzly bekam seinen Port.
Anschließend verbrachte ich eine Nacht im Krankenhaus, und am nächsten Tag meine erste Chemo. Das Krankenhausteam war wirklich extrem bemüht und betreute mich wirklich top und sehr persönlich und nahm mir auch die Angst.
Am zweiten Tag ging ich heim, ohne Nebenwirkungen und meine Hündin war auch wieder bei mir.
Am dritten Tag begannen dann doch einige Nebenwirkungen, wie Grippe, alles Tat mir weh, alle Knochen, mein Gehirn fühlte sich benebelt an.
Ich war auch schwach, ich fühlte mich auch allein, sehr allein – obwohl ich ja nicht allein bin.
Trotzdem, dieses Gefühl, diese Verzweiflung, dies alles durchmachen zu müssen, holt mich immer wieder ein.
Es kamen dann noch Probleme mit der Mundhöhle und Zunge dazu, Schmerzen, aber auch da bekam ich Abhilfe.
Wenn ich so daheim, manchmal schwach herumliege, mir etwas zu Essen hole, alles etwas langsamer und mühsamer ist, dann denke ich auch viel nach über die Vergangenheit …… ich habe aber auch noch viele Ziele, vor allem dass ich diese Therapie nun durchziehe, natürlich mit all seinen Nebenwirkungen, ich kenne Sie nun schon ein wenig, aber ich werde es schaffen, und der Krebs wird weg sein ….
Auch wenn der Stronggrizzly sich manchmal alleine fühlt, obwohl er es nicht ist <3
